Bei unserem Gespräch mit Vertretern des maltesischen Finanzministeriums, der Finanzaufsicht MFSA und der Central Bank of Malta ging es intensiv um die Zukunft des Zahlungsverkehrs, Bitcoin, Kryptowährungen und den digitalen Euro.
Besonders interessant war für mich die Einordnung von Bitcoin und Kryptowährungen als digitale Vermögenswerte – also als „Assets“ – und nicht als klassisches Geld oder Zentralbankgeld. Diese Unterscheidung ist in Malta bereits seit Jahren Teil des regulatorischen Ansatzes.
Malta hat früh begonnen, einen eigenen Rechtsrahmen für Kryptowährungen zu schaffen. Bereits 2018 trat das sogenannte VFA-Regelwerk in Kraft. Inzwischen wurde die europäische MiCA-Regulierung umgesetzt; nach Angaben unserer Gesprächspartner sind derzeit 21 Krypto-Dienstleister in Malta lizenziert.
Auch die mögliche Rolle von Bitcoin für langfristige Anlagen und Altersvorsorge wurde diskutiert. Von maltesischer Seite wurde Bitcoin wegen seiner Volatilität zwar kritisch als mögliche Reservewährung gesehen, gleichzeitig aber eingeräumt, dass Bitcoin im Rahmen einer Diversifizierungsstrategie eine Rolle spielen könne.
Ein weiteres Thema war der digitale Euro. Die maltesischen Gesprächspartner unterstützen dessen Einführung und vertreten die Auffassung, dass digitales Zentralbankgeld das Bargeld nicht ersetzen, sondern ergänzen soll. Sie verwiesen dabei unter anderem auf europäische Souveränität und die Möglichkeit von Offline-Zahlungen.
Diesen Punkt sehe ich deutlich kritischer. Für mich muss gewährleistet bleiben, dass Bargeld dauerhaft und ohne schleichende Einschränkungen verfügbar und nutzbar bleibt. Ein digitaler Zentralbank-Euro darf nicht dazu führen, dass Bargeld Stück für Stück verdrängt oder der Zahlungsverkehr stärker kontrollierbar wird.
Gerade deshalb war dieses Gespräch wertvoll: unterschiedliche Positionen offen diskutieren, Erfahrungen anderer Länder kennenlernen und daraus Schlüsse für die deutsche Debatte ziehen.
Besonders die klare Einstufung von Bitcoin als Asset ist aus meiner Sicht auch für die Diskussion über seine zukünftige steuerliche Behandlung in Deutschland relevant.